Sri Lanka

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Aktuelle Lage

Sri Lanka • Powercuts, Proteste, Wirtschaftskrise

aktualisiert am 18. Mai 2022

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Wichtig: Der Beitrag spiegelt nur unsere Eindrücke zu der aktuellen Lage in Sri Lanka wider. Keine News, keine offiziellen Infos. Sondern einfach Eindrücke und Infos, wie wir die Situation im Land wahrnehmen oder was wir von den Locals erfahren.

Den Beitrag hier erstellen wir, da wir aktuell zahlreiche Nachrichten in unser Postfach bei Instagram und Co. bekommen, wie die aktuelle Situation ist, ob wir empfehlen zu kommen, ob wir uns sicher fühlen etc. Da wir nicht jede Nachricht im Detail beantworten können, haben wir unsere Eindrücke nun hier gesammelt, die häufigsten Fragen beantwortet und werden hier von Zeit zu Zeit Infos ergänzen.

In Sri Lanka herrscht seit Monaten eine Wirtschaftskrise, und zwar die schlimmste seit langem. Das Land steuert auf eine Pleite zu, es gibt starke Inflation, im Hafen standen Schiffe voller Treibstoff, die nicht bezahlt werden konnten und die Menschen gehen gegen die Regierung auf die Straße.

Die Medien in Deutschland und der Welt haben lange Zeit wenig bis gar nicht über die Lage in Sri Lanka berichtet (viele aus der Community wussten bis zu ihrer Reise nichts) und plötzlich war in allen Medien gleichgeschaltet ein brennender Bus in Sri Lankas Hauptstadt Colombo zu sehen. Das war seit Monaten andauernder Krise und Protesten, die erste „Ausschreitung“ und anscheinend den ersten Bericht wert. Mittlerweile gab es noch einige andere Proteste, in denen zum Teil auch Autos, Busse, Häuser, etc. demoliert wurden.

Ob diese Bilder repräsentativ für die Stimmung im Land sind? Unserer Meinung nach nicht. Natürlich sind die Locals hier vor Ort nicht happy über die Lage in Sri Lanka, allerdings verlaufen die Proteste in der Regel immer friedlich, so hören wir es von allen Einheimischen, als auch anderen Reisenden, die sie selbst erlebt haben. Ja, es gab in den letzten Tagen einige Tumulte, die aber eher daher rühren, dass ein Politiker fliehen wollte, in die Menge schoss, einen 28-jährigen traf und sich dann selbst erschoss. Die Bürger wollen Veränderung, nicht länger zusehen, wie ihr Geld nichts mehr wert ist, keinen Sprit mehr bekommen und möchten sich nicht kleinmachen lassen. Mit Ausgangssperren hat die Regierung versucht, Demos zu verbieten. Viele Politiker sind mittlerweile bereits zurückgetreten. Außerdem beschränken solche Situationen, wie oben beschrieben, in der Regel auf die großen Städte im Land. Bei einigen Eskalationen ist auch schon herausgekommen, dass es von der Politik bezahlte Leute waren, die sie angestiftet haben. Außerdem sind die in den Medien gezeigten Bilder bisher „Ausnahmesituationen“, die wir nicht auf das gesamte Land projizieren würden.

Unter den Locals herrscht aktuell eher Angst davor, dass die Berichterstattung Touristen abschreckt, nachdem diese nach 2 Jahren Corona-Maßnahmen langsam wieder ins Land kommen und einen großen Teil zur Wirtschaft beitragen.

 

Ein paar wichtige Infos zu Sri Lanka:

  • Aktuell gibt es eine Wirtschafts- & Energiekrise
  • Tankstellen haben lange Warteschlangen (vor allem Diesel ist knapp)
  • Im Land gibt es von der Regierung geplante Powercuts (kein Strom)
  • Hotels können Stromgenerator teils nicht betreiben, da er mit Diesel läuft.
  • Die Inflation steigt rasant
  • Proteste finden in den größeren Städten statt.

 

Ein paar wichtige Infos über unsere Reise:

  • Wir sind seit dem 01. April in Sri Lanka
  • Die Lage im Land war uns vor der Reise bewusst
  • Unser Plan ist insgesamt 3-4 Monate in Sri Lanka zu verbringen

 

Powercuts • Wie stark sind wir betroffen?

Aktuell gibt es von der Regierung geplante Powercuts in Sri Lanka. Bedeutet: Der Strom wird abgeschaltet. Die Powercuts sind je nach Region häufiger und weniger häufiger und auch länger und weniger lang (zwischen 2-12 Stunden, also… man merkt: schwer zu sagen). Vor allem im Süden sollen sie häufiger und länger geplant sein, als im Norden. Daher ist es sicher nicht verkehrt, für die Reise noch eine starke Powerbank mehr einzupacken als sonst. Oder noch eine Taschenlampe mitzunehmen. Wir haben vor der Reise das hier zusätzlich gekauft:

 

Unser Erfahrung:
Im Norden gibt es weniger bzw. kürzere Powercuts als im Süden. Wir hatten bisher meist 1-2 Mal am Tag einen Powercut von jeweils 1-2 Stunden. Und teils hatten die Hotels sogar Generatoren für diese Zeit oder den Abend. Wir persönlich merken es oft kaum, da viele Unterkünfte (Liste unserer Unterkünfte) einen Generator haben oder wir eh unterwegs sind. Restaurants haben in der Regel weiterhin geöffnet. Wenn sie keinen Generator haben, kochen sie über Gas oder teils auch Feuerstellen. Auf die Tische kommen dann Kerzen.

Erfahrung aus der Community und von Locals:
Aus unserer Community haben wir im Süden von teils 12 Stunden Powercuts gehört, was aber mittlerweile wohl auch deutlich weniger geworden ist. Genauso aber haben wir gehört, dass es nie Probleme gab, weil die Hotels Generatoren hatten. Eine pauschale Aussage ist hier also wirklich nicht zu treffen und hängt davon ab, in welchen Unterkünften und in welcher Region du bist.

Powercuts • Geht das Internet denn noch?

Ohne Strom geht natürlich auch das Internet/Wlan in der Unterkunft nicht.

Wie es sich mit dem mobilen Internet verhält, ist so eine Sache. Wir haben eine SIM-Karte von airtel und eine SIM-Karte von Dialog. Mal funktioniert die eine, mal die andere und mal beide. Kommt wohl auch hier immer auf die Region an und wie es die Infrastruktur des entsprechenden Anbieters trifft. Aber bisher hatten wir eigentlich nie Probleme bei Powercuts mit unseren SIM Karten.

Tanken • Kommt man an Sprit?

Wir sehen immer wieder Tankstellen mit langen Schlangen und dann auch wieder Tankstellen mit recht normalem Betrieb. Richtige Knappheit gibt es aktuell vor allem für Diesel und es ist meist noch recht einfach an Benzin zu kommen. Im Süden scheint sich aber auch das wohl langsam zu ändern.

Selbst mussten wir mit unseren Mopeds im Norden und in der Mitte Sri Lankas nie länger als 10 Minuten anstehen, um tanken zu können. Meist gibt es an den Tankstellen verschieden Schlangen für Mopeds, TukTuks, Autos und Co.. Das macht alles ein wenig schneller. Manchmal haben Tankstellen auch geschlossen, da sie ausverkauft sind und verweisen einen dann zur nächsten Tankstelle.

Community und Locals:
Aus der Community haben wir von einigen mitbekommen, die sich ein TukTuk gemietet haben, sie ab und an mal Probleme hatten an Sprit zu kommen oder warten mussten, aber dass es am Ende immer geklappt hat. Vorteil ist wohl, dass hier hauptsächlich der Diesel knapp ist, die TukTuks aber mit Benzin fahren und es daher kein Problem ist. Aber das kann sich, wie oben schon beschrieben, auch ändern und auch das Benzin knapp werden.

 

Parallel hörten wir, dass Diesel für die Einheimischen rationiert ist – nicht aber für Touristen. Einige Reisende erzählten, dass sie Einheimischen, die sie kennengelernt hatten, dann ein wenig extra Sprit besorgt haben. Hier zwei Tipps aus der Community:

  • Nach einer Tankstelle suchen, sobald der halbe Tank leer ist – sicher ist sicher
  • Einen Ersatzkanister kaufen und voll machen

 

Wir mieten uns auf der Reise vermutlich kein TukTuk, nehmen für lange Strecken Bus und Bahn und werden es weiterhin so machen, dass wir vor Ort immer einen Roller mieten, um die Umgebung zu erkunden.

Essen • Merken wir Lebensmittel-Verknappung?

Bisher merken wir keine Knappheit von Lebensmitteln. Die Märkte haben offen, die Supermärkte sind voll und die Restaurants, etc. offen. Klar, mal ist XY von der Speisekarte gerade nicht vorrätig, aber so kennen wir es generell von Reisen.

Aktuell steigen vor allem aber die Preise für Lebensmittel. Manche Lebensmittel kosten mittlerweile das doppelte oder dreifache als noch einige Wochen zuvor. Dazu gleich noch mehr. Daher ist unser aktueller Eindruck, dass Lebensmittel verfügbar sind, für manche aber langsam nicht mehr bezahlbar sind. Wir wissen allerdings nicht, ob die Locals aktuell schon auf Produkte verzichten müssen, die sie sonst alltäglich nutzen, da sie nicht mehr importiert werden.

Essen • Ist vegan oder vegetarisch ein Problem?

Tendenziell ist das absolut kein Problem in Sri Lanka. Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass es durchaus zu Lebensmittel-Verknappung kommen kann oder manche Produkte durch die Inflation einfach absurd teuer für die Restaurants werden, sodass du am Ende nicht so wählerisch beim Essen sein kannst. Wir selbst bevorzugen auch vegetarisch/vegane Ernährung, was bisher nie ein Problem war, wir uns allerdings bewusst sind, dass es vielleicht nicht immer möglich sein wird.

Geld • Werden die Preise teurer?

In Sri Lanka gibt es durch die Krise neben Importproblemen auch eine starke Inflation. Dadurch steigen die Preise und gleichzeitig wird die Währung abgewertet. Was heißt das?

Für die Locals steigen die Preise aktuell enorm an. Alltagsprodukte kosten plötzlich zwei bis drei mal mehr als noch vor ein paar Wochen. Von Sprit über Lebensmittel und andere Alltagsgegenstände. Für Reisende ist der Preisanstieg nicht so stark zu spüren, da du für deine Euro beim Wechseln auch mehr Rupien bekommst. Ein wenig mehr zahlen wirst du trotzdem.

Hier verlinken wir dir einen Chart, der dir die Entwicklung des Wechselkurses von EUR zu LKR anzeigt. Sprich, die Menge an LKR, die du im Zeitverlauf für 1 EUR bekommst:

 

Geld • Soll ich Dollar oder Euro mitnehmen?

Viele Locals werden gerne auch in Euro oder Dollar bezahlt oder fragen zumindest danach, da die eigene Währung so enorm an Wert verliert. Also ein paar Euro/Dollar mehr im Rucksack schaden nicht und die Locals freuen sich drüber

Außerdem gibt es einige Locals, die dir Geld zu einem besseren Kurs als die Wechselstuben oder Bankautomaten wechseln wollen. Das ist aber wohl seit einigen Wochen illegal und sowohl die Locals als auch du können bestraft werden, wenn es auffliegt.

Ausgangssperre • Was bedeutet das?

Aktuell gab es in Sri Lanka auch den Fall, dass nach Ausschreitungen eine landesweite Ausgangssperre verhängt wurde, um weitere Proteste zu verhindern/unterdrücken. Man munkelt, dass einige der Ausschreitungen gezielt geplant wurden, um eben diese Ausgangssperren zu rechtfertigen. Die Ausgangssperren dauern in der Regel immer 24 Stunden an und am Abend wird entschieden, ob sie noch einmal um einen Tag verlängert wird.

Für Locals bedeutet es, dass sie ihr Haus nicht verlassen dürfen, außer sie gehören ein paar wenigen ausgenommen Berufen an. Dann dürfen sie für die Arbeit ihr Haus verlassen. Supermärkte und Restaurants haben in den Städten in der Zeit auch oft geschlossen.

Unsere Erfahrung: Je weiter du aber von den Städten entfernt bist, je weniger wird sich dran gehalten. In Sigiriya z.B. hatten weiterhin Restaurants und kleine Supermärkte geöffnet.

Für Touristen gilt die Ausgangssperre aber generell nicht. Du darfst dich weiterhin frei im Land bewegen. Sehenswürdigkeiten und Nationalparks haben geöffnet, private Fahrer dürfen fahren und auch TukTuks mit Touristen dürfen auf der Straße sein.

Allerdings ist während der Ausgangssperre auch der Bus und Bahnverkehr meist lahmgelegt, da theoretisch ja auch keiner damit fahren darf. Das schränkt eventuell schon ein, wenn man geplant hat, an dem Tag weiter zu reisen. Aber dafür gibt es dann Facebook Gruppen, wie dieseFacebook Gruppen, wie diese, wo man einfach nach einem privaten Fahrer fragen kann. Diese dürfen auch offiziell Touristen fahren während der Ausgangssperren.

Stimmung • Fühlt ihr euch wohl?

Unser Bauchgefühl war von Sekunde eins einfach nur warm, willkommend und herzlich. Jede einzelne Person, die wir bisher kennenlernen durften, hat uns einfach nur wohlfühlen lassen. Bisher haben wir uns zu keiner Zeit unsicher oder unwohl gefühlt und haben von den Protesten bisher auch nur in den Medien und von Locals gehört. Die Reise wurde aktuell auch noch zu keiner Zeit eingeschränkt. Gut, wir reisen generell auch sehr lange und langsam durch das Land, aber dennoch hat bisher alles geklappt.

Andere Reisende berichteten uns ebenfalls, dass sie sich wohlfühlen und kaum von Protesten & Co. mitbekommen.

Stimmung • Wie sind die Locals zu euch?

Bisher haben wir ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht und alle waren super lieb und herzlich zu uns. Die Locals haben eher im Gegenteil versucht, sich für die Lage zu entschuldigen oder sie zu erklären, was natürlich absolut nicht nötig ist. Außerdem ist meist die größte Angst, dass der Tourismus weiter abflacht und wieder zum Stillstand kommt, wie schon durch die Corona-Maßnahmen. Jemand sagte zu uns: „Das ist eine Sache unter uns Einheimischen. Touristen haben damit nichts zu tun, daher müssen sie auch keine Angst haben.“ Und genauso fühlt es sich auch an.

Die Locals selbst haben am Ende kein Interesse daran, die Touristen im Land zu verlieren, da der Tourismus mit der wichtigste Wirtschaftszweig ist und so viele von dem Tourismus leben. Außerdem kommen so auch andere Währungen ins Land.

Unsere bisherigen Erfahrungen wurde auch von unserer Community zu 100% bestätigt.

Reisen • Fahren Züge, Busse und Co.?

Jap, Züge, Busse und Co. fahren alle durch das Land und reisen von A nach B ist möglich. Selbst sind wir auch mit Zug und Bus unterwegs im Land. Allerdings kann es durchaus passieren, dass die Infrastrukturen in Teilen des Landes auch mal für einen Tag durch Proteste und Streiks lahm gelegt wird. Ist in den letzten Tagen schon passiert, aber wir waren davon nicht betroffen. Busse werden hier dann auch gerne als Straßenblockade genutzt.

Mit einem Fahrer kannst du die Blockaden natürlich umfahren oder du wartest einfach 1-2 Tage ab. Oft werden Touristen aber wohl auch einfach durch die Blockaden durchgewinkt. Wie gesagt, hier in dieser Gruppedieser Gruppe kann man nach privaten Fahrern fragen. So sind wir z.B. von Sigiriya nach Arugam Bay gefahren.

Reise • Empfehlen wir zu kommen?

Diese Frage bekommen wir oft: „Was denkt ihr denn? Soll ich/wir kommen? Was würdet ihr denn machen?“

Wir können und wollen das für niemanden beantworten. Wir persönlich wussten vor Abreise von der Lage, sind hierher gereist und planen weiterhin insgesamt 3-4 Monate im Land zu bleiben. Unsere Ansicht und persönliche Entscheidung ist dadurch recht klar. 🙂

Jeder hat in so einer Lage aber ein anderes Wohlbefinden oder verliert es bei anderen Situationen. Am Ende ist es am besten auf deinen Bauch zu hören. Die Lage im Land kann sich aktuell verbessern und verschlechtern. Heute, morgen oder erst in Monaten.

Was wir aber sagen können: Wer Angst hat, aggressiv begrüßt zu werden… dem wird zu 99% nicht so sein. 😉

Kommentare (8)
  1. Danke für den ausführlichen Bericht! Wisst ihr, ob Social Media weiterhin gesperrt sind und ob man sich vorab in DE eine vpn-Verbindung einrichten sollte?

    • Die Social Media Sperrung war nur einen Tag aber wir haben generell immer VPN laufen: Sicherer und alle Funktionen für Instagram etc. bleiben erhalten. Bei einigen Ländern gibt es einige Funktionen nicht, Reels zum Beispiel funktioniert hier auf Sri Lanka nicht, warum auch immer) 🙂

  2. Vielen, vielen Dank für die Schilderung der aktuellen Lage! Das hilft uns bei der Entscheidung, ob wir fliegen sollen oder nicht, sehr!

  3. Ahaaa jetzt sind es evtl schon bis 4 Monate!? Ich muss grinsen und freu mich dass es euch so gut gefällt. Ich schau euch schon so lange beim Reisen zu, dass ich mir das gedacht habe. 😉 Die Menschen dort sind einfach unglaublich und ich würde sofort wieder nach Sri Lanka reisen.
    Viel Spaß, liebe Grüße Tina

    • Das stimmt, die Menschen sind wirklich einmalig… weiß nicht, wann wir das das letzte Mal so erlebt haben. ❤️

  4. Viel spass Sri Lanka meine zweite Heimat mein Mann ist aus Sri Lanka. Es gibt so viel schönes zu erleben und zu sehen. Geniesst es das schönste Land ever.

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