Südafrika

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Garden Route Südafrika - Tipps & Highlights für eine Rundreise

Überfordert, wie man am besten die Garden Route in Südafrika plant, wenn einem so viele Orte empfohlen werden und es doch so viel zu sehen gibt? Yep, kennen wir. Deswegen schreiben wir diesen Beitrag für dich, um die wichtigsten Fragen knackig zu beantworten! Denn auch wenn die Garden Route gerne mal wie „ein Stopp“ bei der Aufzählung der Sehenswürdigkeit in Südafrika genannt wird, verstecken sich hier jede Menge Orte, die für eine eigene Rundreise ausreichen würden. Und hier direkt mal vorweg: Wir haben uns sie komplett anders vorgestellt. 😀 Damit du genau weißt, was dich erwartet, was die Garden Route ist und was sie NICHT ist, geben wir dir hier einen Überblick und am Ende auch unsere etwas unpopuläre Meinung zur Garden Route.

01. Garden Route in Südafrika auf einen Blick

Garden Route auf der Karte: die Highlights

⭐️ Sehenswürdigkeiten & Highlights auf der Garden Route:

  • Hermanus (besonders während der Walsaison)
  • De Hoop Nature Reserve
  • Mossel Bay
  • Wilderness
  • Knysna Heads
  • Plettenberg Bay
  • Robberg Nature Reserve
  • Tsitsikamma National Park
  • Jeffrey’s Bay
  • Addo Elephant National Park

 

📍Was ist die Garden Route überhaupt?
Die Garden Route ist eher eine Region im Süden – und keine einzelne Straße. Sie zieht sich offiziell von Mossel Bay nach Port Elizabeth, ca. 500km. Inoffiziell zählen einige die Garden Route schon ab Kapstadt bis nach Port Elizabeth. Die Strecke ist bekannt für wilde Strände, viel grüne Natur, Wanderungen in Naturreservaten, kleine Städtchen und mit etwas Glück und der richtigen Reisezeit auch jede Menge Wale.

ℹ️ Es ist KEINE Panoramastrecke mit Meerblick!
Die Garden Route ist eher ein fancy Name für eine Teilstrecke der N2: ein Mix aus Autobahn und Landstraße. Es ist also keine Panoramaroute mit permanentem Meerblick. Auch wenn wir das vor der Reise von Erzählungen irgendwie erwartet hatten. 😀 Es ist vielmehr eine Autobahnstrecke, von der du in verschiedene Orte abbiegst und die nur zu einem kleinen Teil am Meer entlang führt.

🌦️ Beste Reisezeit für die Garden Route
Von September bis Mai erwischst du die beste Reisezeit für die Garden Route. Und von Juni bis November hast du die besten Chancen für Walbeobachtungen.

🗓 Wieviele Tage sollte ich einplanen?
Mindestens 7 Tage für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf der Garden Route und ohne in Stress zu geraten.

🚗 Wo buche ich einen Mietwagen?
Für eine Rundreise auf der Garden Route brauchst du natürlich einen Mietwagen. Die besten Preise finden wir in der Regel bei billiger-mietwagen.de*.

🛡️ Wie ist die Sicherheit auf der Garden Route?
Die Garden Route gilt als sehr sicher und das Feeling ist deutlich anders als vergleichsweise in Kapstadt. Trotzdem solltest du Abends etwas aufpassen und nicht unnötig in einsamen Gassen herumlaufen oder fahren.

💡 Woher kommt der Name “Garden Route”?
Obwohl die Garden Route nicht voller blühender Gärten ist, war die grüne Landschaft mit ihren Wäldern und der farbigen Fynbos-Vegetation für die damaligen Seefahrer nach langer Zeit auf dem Ozean wie ein paradiesischer Garten. Und der Name blieb bis heute.

02. Sehenswürdigkeiten auf der Garden Route

Hier zusammengefasst die Highlights und Sehenswürdigkeiten auf einer Rundreise entlang der Garden Route in Südafrika. Manche Orte empfehlen wir ein wenig mehr, andere etwas weniger, natürlich immer nur basierend auf unseren persönliche Präferenzen beim Reisen.

 

Kapstadt

Kapstadt Sehenswürdigkeiten & Highlights - Lions Head
Absolutes Highlight: Wanderung auf den Lions Head.

Kapstadt ist der perfekte Start oder Abschluss einer Reise durch Südafrika und entlang der Garden Route. Eine Großstadt, die Natur und Stadtleben vereint und damit auch einiges an Sehenswürdigkeiten bereithält. Auf der einen Seite das dunkelblaue, wilde (und arschkalte) Meer, auf der anderen Seite der massive Tafelberg, der das Zentrum der Stadt ‚teilt‘. Ob Strandtage in Camps Bay. Sunsets auf den Signal Hill. Wanderung auf den Lions Head oder den berühmten TafelbergKajaktouren mit Delfinen, Robben und evtl. sogar Walen vor der Küste. Entspanntes Stadtfeeling an der V&A Waterfront oder auf einem der vielen Märkte in der Stadt verteilt. „Ein Stopp in Kapstadt darf nicht fehlen.“ hätten wir fast geschrieben aber wer reist nach Südafrika und interessiert sich nicht für Kapstadt, oder? Und wenn doch, dann wartet unten noch die Kap-Halbinsel mit dem Kap der Guten Hoffnung, Pinguinen und dem Chapman’s Peak Drive. 

 

Pinguine bei Betty’s Bay

Pinguine in Betty Bay an der Garden Route
Pinguine in Betty’s Bay. Ok, das Foto ist am Boulder’s Beach entstanden aber… ja.

Solltest du auf der Kap-Halbinsel am Boulder’s Beach vorbeigefahren sein, kein Problem: Pinguine gibt es auch auf der Garden Route in Südafrika und zwar rund 3.000 Stück. Dafür machst du einen Halt oder Abstecher zum Stony Point in Betty’s Bay. Ähnlich wie am Boulder’s Beach läufst du auch hier über einen Board Walk und kannst die Pinguine beobachten. Großer Vorteil: In Betty’s Bay ist in der Regel viel weniger los, als an dem bekannten Boulders Beach. Entweder legst du direkt einen Stopp ein, wenn du von Kapstadt kommst oder du fährst von Hermanus nur ca. 50 Minuten mit dem Auto dorthin. Eintritt liegt bei überschaubaren ca. 1,50 EUR pro Person.

 

Wale vor Hermanus

Garden Route Südafrika - Hermanus Cliff Path Trail
Keine Wale – aber der Cliff Path Trail in Hermanus.

Hermanus ist weltberühmt für Walbeobachtungen und wird sogar die „Walhauptstadt der Welt“ genannt. Denn die Wale kommen hier direkt an die Stadt geschwommen (also ernsthaft) und du kannst sie bei einem Spaziergang auf dem felsigen Cliff Path Trail nur wenige Meter von dir entfernt im Wasser beobachten. Das Wasser wird hier sehr schnell sehr tief, dass die Wale super nah ans Ufer kommen können und die geschützten Buchten mit ihren Jungtieren genießen. Mit dabei sind Südliche Glattwale, Buckelwale & noch ein paar andere Arten. Aber auch abseits der Walbeobachtungen ist Hermanus ein Stopp an der Garden Route wert. Die gemütliche Stadt ist perfekt, um ein wenig herumzubummeln und die kleinen Boutiquen und Kunstateliers anzuschauen. Der Cliff Path Trail ist ein schöner Spaziergang an der felsigen Küste und im Osten liegt der traumhafte und lange Grotto Beach. Außerdem lohnt sich ein Besuch auf den wöchentlichen Märkten wie bspw. Hermanus Country Market oder Onrus Craft Market. Die beste Zeit für Walbeobachtungen ist von Juni bis November, wenn die Wale zur Paarung in die Bucht kommen. Du kannst aber auch ein paar Monate davor oder danach noch Glück haben und zumindest in der Entfernung im Meer noch Wale sehen. Wir waren im März in Hermanus und haben draußen auf dem Meer an zwei Tagen Wale sehen können.

 

Oudtshoorn & R62 Panoramaroute

Panorama Route 62 nach Oudtshoorn
Von der Garden Route nach Oudtshoorn über die R62.

Die Stadt Oudtshoorn liegt nicht direkt auf der Garden Route aber mit einem kleinen Abstecher ins Inland zu erreichen und irgendwie wird sie häufig mit dazu gezählt. Besonders bekannt ist Oudtshoorn für die vielen Straußenfarmen und soweit wir mitbekommen haben, sind diese für viele auch der Hauptgrund für den Abstecher ins Inland von der Garden Route. Wir sind am Ende nur hier gelandet, weil wir auf dem Rückweg nach Kapstadt noch eine Unterkunft mitten in der Natur mit schöner Aussicht gesucht haben. Und die haben wir hier gefunden. Unser persönliches Highlight war also die Unterkunft inklusive der Landschaft und tatsächlich ist die kompletten Route 62 eine Sehenswürdigkeit für sich, denn für uns war es die schönste Straße der drei Monate Rundreise durch Südafrika. Die anderen Sehenswürdigkeiten in Oudtshoorn sind ein private Game Reserve und sowas wie ein Conservation Projekt. Auf den ersten Eindruck wirken aber beide wie ein Zoo unter anderem Namen, wenn man das so sagen kann. Sagen wir jetzt einfach mal so.

 

De Hoop Nature Reserve

De Hoop Nature Reserve an der Garden Route in Südafrika

Eines der Highlights entlang der Garden Route in Südafrika: Das De Hoop Nature Reserve wurde uns von sooooo vielen empfohlen. Aber leider hatten wir absolut kein Glück mit dem Wetter und mussten unseren Besuch streichen: Es hat geschüttet und gestürmt wie sonst was. Das De Hoop Nature Reserve ist ein ca. 34.000 Hektar großes Naturreservate mit ca. 51km Küstenlinie und den weißesten Stränden überhaupt. Und wenn du genug Strand gesehen hast, dann warten weiter im Inland noch ein Tiere wie Antilopen, Kap-Zebras, Paviane, Strauße, Kap-Geier und mehr. Von Juni bis November zählt es sogar zu einem der besten Spots um Wale vom Ufer aus zu beobachten. Die einfachste Art das De Hoop Nature Reserve an der Garden Route zu erkunden, sind die vielen Wanderwege entlang der Küste. Zusätzlich gibt es auch einige Mountainbike-Strecken, für die du dir vor Ort auch Räder ausleihen kannst. Und wenn dir das noch nicht reicht, gibt es auch geführte Touren an Land und auf dem Wasser. Da die Anreise über eine längere Schotterpiste zeitintensiv sein kann, empfiehlt sich eine Unterkunft in der Nähe zu buchen bspw. in Swellendam. Oder solltest du hier mehrere Tage bleiben, lohnt sich eventuell auch eine Unterkunft direkt im Reservat.

 

Mossel Bay

Mosselbay an der Garden Route in Südafrika

Auf ungefähr halber Strecke der Garden Route von Kapstadt nach Port Elizabeth liegt Mossel Bay, die “Muschelbucht”. Die kleine Stadt und mittlerweile beliebter Ferienort an der Garden Route erhielt den Namen damals von Seefahrern, weil, Überraschung, hier sehr viele Muscheln in der Bucht gefunden wurden. 🙂 Die Stadt soll einen ganz coolen Surfer-Vibe haben, es gibt ein paar schöne Strände und auch einen kleinen Wanderweg zum Leuchtturm Cape St. Blaize mit Blick über die Bucht. Von ca. Mai bis Oktober ist auch in Mossel Bay Walbeobachtung angesagt, du kannst Bootstouren zur “Seal Island” mit knapp 2.000 Seehunden machen oder auch mit einem Surfbrett in die Wellen springen. Aber wie du sicher schon herausgelesen hast, haben wir hier keinen Stopp gemacht. Warum? Es kamen noch einige andere Orte auf der Garden Route für uns, die sich ähnlich angehört haben und mehr Sehenswürdigkeiten vor der Tür liegen.

 

Natur rund um Wilderness

Wilderness Beach an der Garden Route
Traumstrand an der Garden Route in Wilderness.

Ein sehr kleiner aber feiner Küstenort an der Garden Route ist Wilderness. Für viele sogar einer der schönsten Spots an der Garden Route. Und obwohl der Ortskern wirklich klein ist, liegt davor einer der schönsten und längsten Strände der Garden Route mit vielen schönen Häusern und Unterkünften direkt am Meer. Wer hier vorbeischaut kommt also überwiegend für Ruhe, Entspannung und Zeit in der Natur. In Wilderness selbst findest du ein paar Restaurants, Cafés sowie einen Supermarkt. Dafür wartet aber direkt nebenan der Wilderness Nationalpark mit ein paar gemütlichen Wanderwegen und Flüssen für Kanutouren auf dich. Der beliebteste Weg ist der Giant Kingfisher Trail mit einem Wasserfall am Ende des Weges. Außerdem sind die beiden Viewpoints Map of Africa und Dolphin Point beliebte Sehenswürdigkeiten rund um Wilderness. Und das Restaurant The Girls war eines der besten auf unserer gesamten Reise und einer der wenigen Orte in drei Monaten, an dem wir bspw. das Gericht Cap-Malay auf der Karte gefunden haben. Waren jeden Abend hier essen. Jeden. Abend.

Rückblickend war der Hype um Wilderness aber zu groß für uns und wir waren definitiv zu lange hier. Abgesehen von dem wirklich schönen und weiten Strand würden wir von keiner Sehenswürdigkeit oder Wanderweg sagen: “Das musst du machen!”. Für entspannte und ruhige Tage am Strand ist Wilderness es sicher schön. Aber möchtest du nur die Umgebung oder den Strand erkunden, würden wir fast sagen, dass ein Tagesausflug von Plettenberg Bay (ca. 60 Minuten Fahrt) ausreicht.

 

Knysna Heads

Knysna Heads Ausblick an der Garden Route
Ausblick von den Knysna Heads.

Knysna ist eine weitere Küstenstadt an der Garden Route in Südafrika und auch ein beliebtes Ziel für Locals und ihre Ferienhäuser. Speziell wegen der riesigen Lagune, den beiden Inseln und den vielen Wassersportmöglichkeiten sowie den Knysna Forest. Aber wir sind direkt ehrlich: Einen Besuch der Stadt würden wir unseren Freunden nicht unbedingt raten, außer man bist auf der Suche nach Touristen-Kurort-Feeling. Sagen wir jetzt mal straight raus, denn so hat es sich für uns an der Promenade und an der Lagune von Knysna angefühlt. Die Knysna Heads hingegen sind hingegen definitiv einen Besuch wert, solltest du auf deiner Rundreise an der Garden Route genug Zeit haben. Das sind die beiden Felsen, die die Einfahrt vom Meer in die Lagune flankieren und von denen du eine geniale Aussicht hast. Ist jetzt aber nichts, wofür du einen kompletten Tag brauchst. Daher würden wir auch bei Knysna sagen, dass sich eine Übernachtung nicht wirklich lohnt und du die Stadt bzw. die Knysna Heads entspannt bei einem Tagesausflug von Plettenberg Bay (ca. 40 Minuten Fahrt) besuchen kannst.

 

Vibes in Plettenberg Bay

Garden Route - Plettenberg Bay
Ausblick von Enrico in Plettenberg Bay.

Für uns war Plettenberg Bay die schönste Stadt an der Garden Route und rückblickend auch der beste Ort, um viel zu erleben. Direkt bei Plettenberg Bay liegt das Robberg Nature Reserve, was unser absolutes Highlight der Garden Route war. Plettenberg selbst hat schöne lange Strände zum Baden. Es gibt eine Hauptstraße mit 2-3 Nebenstraßen auf der du eine kleinen Auswahl an coolen Läden, Cafes und Restaurants findest. Und von Plettenberg Bay sind es nur knapp 60 Minuten nach Wilderness, ca. 60 Minuten zum Tsitsikama Nationalpark und nur ca. 30 Minuten nach Knysna. Das macht Plettenberg Bay für uns zu einem der besten Orten für einen Stopp an der Garden Route und um für mehrere Nächte eine Unterkunft zu nehmen, wenn man andere Orte gerne mit dem Mietwagen auf Tagesausflügen erkunden möchte.

 

Robberg Nature Reserve

Garden Route - Robberg Nature Reserve
Unser persönliches Highlight der Garden Route.

Für uns die schönste Sehenswürdigkeit an der Garden Route und eins unserer Highlights der Reise durch Südafrika. Das Robberg Nature Reserve liegt direkt neben Plettenberg Bay (unsere Unterkunft in Plettenberg Bay*) und bietet einen der schönsten Wanderwege. Auf dem Weg erwarten dich steile Klippen, Traumstrände und hunderte Robben, die du von oben beobachten kannst. Und mit etwas Glück siehst du vom Wanderweg aus sogar Delfine, Wale, Hammerhaie oder einen Weißen Hai (sehr selten) unter dir im Meer schwimmen. Für die Robben gibt es eine 100% Garantie; was die anderen Tiere angeht, muss man schon etwas mehr Glück haben oder bspw. zur Walsaison vor Ort sein. Neben Robben konnten wir noch ein paar Delfine entdecken und aus der Community hat uns jemand geschrieben, dass sie einen Tag vor uns einen Hammerhai entdeckt hat. Der Wanderweg im Robberg Nature Reserve teilt sich in drei unterschiedlich schwere und lange Abschnitte auf, die jeweils als Rundweg gelaufen werden können. Wir waren an zwei Tagen im Robberg Nature Reserve und sind den langen und den mittleren Weg gelaufen.

Gap Trail – ca. 2km
Der kürzeste Weg. Eventuell siehst du schon ein paar Robben unten im Wasser. Ansonsten gibt es hier nur ein paar kleine, aber schöne, Aussichten auf den Park, das Meer und einen der Strände im Reserve.

Witsand Trail – ca. 5km
Der Weg geht bis ca. zur Hälfte des Reserves, biegt dann nach rechts ab und führt runter über eine Düne zu einem unfassbar schönen Strand auf die andere Seite der Landzunge. Hier geht es dann wieder zurück. Unser Weg mit allen Infos auf komoot.

Point Trail – ca. 10km
Der längste Weg führt einmal um das gesamte Reserve und lohnt sich wirklich zu gehen. Hier und da etwas anspruchsvoller aber nicht wirklich schwer. Und die Aussichten und Landschaft sind super schön. Unser Weg mit allen Infos auf komoot.

 

Tsitsikamma National Park

Garden Route Südafrika - Tsitsikama Nationalpark Hängebrücke
Die berühmte Hängebrücke an der Garden Route

Neben dem Robberg Nature Reserve ist der Tsitsikama Nationalpark ein weiteres Highlight an der Garden Route für Naturliebhaber. Obwohl er deutlich größer ist, ist er etwas weniger bekannt. Er verläuft 80 km entlang der Küste und erstreckt sich über eine Fläche von über 60.000 Hektar voller Urwälder, Flüssen, Wasserfällen und Stränden. Bekannt ist der Park vor allem für seine Hängebrücken über dem Storms River, die du zu Fuß schon in 20-30 Minuten vom Eingang erreichen kannst. Sie sind praktisch das typische Programm für Tagestouristen, wie uns. Solltest du länger im oder am Park bleiben, stehen dir aber noch jede Menge weitere Wanderwege zur Verfügung. Und von Tageswanderungen (Mouth Trail, Waterfall Trail oder Dolphin Trail) bis mehrtägige Wanderungen ist alles dabei. Eine der längsten ist der Otter-Trail mit knapp 42km, für die du rund 5 Tage einplanen musst. Ansonsten lassen sich Teile vom Park auch mit Kajaktouren erkunden und von Juni bis November stehen auch hier die Chancen für Walbeobachtungen nicht schlecht, wenn sie in die Bucht geschwommen kommen. Wie viele Tage du also für den Tsitsikamma Nationalpark auf deiner Rundreise auf der Garden Route einplanst ist dir und deinen Interessen überlassen. Ob Tagesausflug, Übernachtung in Hütten/Chalets am Parkeingang oder mehrtägige Wanderung.

Hinweis: Für mehrtägige Wanderungen kann es sein, dass du ein Permit benötigst und eine bestimmte Anzahl an Leuten in deiner Wandergruppe für mehr Sicherheit sind.

 

Surfen in Jeffrey’s Bay

Jeffreys Bay an der Garden Route in Südafrika

Jeffrey’s Bay oder auch J-Bay, ist DER Surfer Ort an der Garden Route. Du kannst zwar an vielen Stellen an der Küste Surfen gehen, aber J-Bay ist der Place-to-be. Die Wellen sind weltberühmt und sind teils Austragungsort internationaler Wettkämpfe. Aber keine Sorge, es gibt auch Spots für Anfänger und zahlreiche Surfschulen. Und wenn dir nicht nach Surfen ist, bietet die Stadt auch lange Sandstrände zum Schwimmen, Spazieren gehen und Genießen. Es gibt Dünen für Sandboarding. Und allgemein liegt ein entspannter Vibe in der Luft, was sich auch auf den Straßen, in Unterkünfte, Cafes und Co. widerspiegelt. Selbst haben wir hier keinen Stopp in Jeffrey’s Bay gemacht, da wir zuvor erst einige Tage in Plettenberg Bay waren und nicht die nächste Stadt anschauen wollten. Daher sind wir direkt weiter zum letzten Stopp an der Garden Route, dem Addo Elephant Nationalpark. Der ist von hier nur noch 1,5 Stunden entfernt.

 

Port Elizabeth (Gqeberha)

Manche verbringen 1-2 Tage in Port Elizabeth auf ihrer Rundreise entlang der Garden Route und schauen sich bspw. das Rathaus, die Strände und Promenade an. Sie gilt aber auch nicht als das sicherste Pflaster in Südafrika und neben der Innenstadt ist es hauptsächlich eine Hafen- & Industriestadt. Die meisten nutzen Port Elizabeth daher eher wegen des Flughafens und der Mietwagenstationen, um…

  • von hier zurück nach Kapstadt zu fliegen.
  • von hier nach Johannesburg und zum Kruger Nationalpark zu fliegen.
  • hier zu landen und die Garden Route nach Kapstadt zu fahren.

 

Wir haben die Stadt auch umfahren und sind von der Garden Route direkt weiter nach Colchester zum Addo Elephant Nationalpark gefahren.

 

Addo Elephant Nationalpark

Möchtest du in Südafrika Elefanten sehen, dann ist der Addo Elephant National Park der place-to-be und eine Sehenswürdigkeit, die du auf deiner Reise nicht auslassen solltest. Zumal der Park quasi am Ende/Anfang der Garden Route bei Port Elizabeth liegt. Laut Nationalpark selbst gibt es in keinem der Parks in Südafrika eine größere Anzahl an Elefanten: ca. 600-700 Elefanten. Und wir sind ehrlich: Wir hatten keine großen Erwartungen und haben uns einfach drauf gefreut, Tiere und natürlich Elefanten zu sehen – und es war am Ende ein absolutes Highlight! Wir waren am Hapoor Wasserloch umgeben von hunderten Elefanten und haben ständig irgendwo Elefanten und Elefanten-Herden gesehen. Der Addo Elephant National Park ist war ein Big 5 Park (Löwe, Elefant, Nashorn, Leopard, Büffel), aber neben den Elefanten sind die anderen tierischen Big 4 eher selten/schwierig zu finden, da der Park ziemlich groß ist, nicht alle Gegenden befahrbar sind und es bspw. offiziell auch nur rund 7-12 Löwen im Park gibt. Streng genommen ist es sogar ein Big 7 Park (Big 5 + Weißer Hai und Glattwale), da auch noch ein Küstenabschnitt zum Park gehört. Insgesamt waren wir zwei volle Tage mit dem eigenen Auto im Park (normaler PKW reicht vollkommen aus) und haben direkt am südlichen Mathyolweni Gate bei Colchester in einer perfekt gelgenen Unterkunft* übernachtet. Die Fahrt von Unterkunft zum Gate hat keine 5 Minuten gedauert.

03. Rundreise 1,5 Wochen

Garden Route: Rundreise 1,5 Wochen auf der Karte

Kapstadt (2-3 Tage)
➡️ Tagestrips zur Kap Halbinsel & Stellenbosch
Perfekt für den Start oder das Ende einer Reise in Südafrika bzw. auf der Garden Route ist Kapstadt. Allein in der der Stadt und auf der Kap-Halbinsel gibt es einiges zu sehen.

 

🚘 1h 44min | ca. 130km

 

Hermanus/Onrus (1-2 Tage)
Ein schöner erster Stopp auf der Garden Route ist Hermanus. Gemütliche Stadt und im besten Fall jede Menge Wale in der Bucht vor der Tür. Wenn die Unterkünfte ausgebucht oder zu teuer sind, ist auch Onrus knapp 20 Minuten neben Hermanus eine gute Wahl. Da hatten wir unsere Unterkunft. Außer einem Strand und Locals die Ferien machen ist zwar nicht viel los, aber du bist schnell in Hermanus.

 

🚘 1h 30min | ca. 140km nach Swellendam

 

De Hoop Nature Reserve / Swellendam (1-2 Tage)
➡️  1h | ca. 45km zum De Hoop Nature Reserve von Swellendam
Solltest du das De Hoop Nature Reserve sehen wollen, bietet sich eine Unterkunft im Reserve oder im nächst größeren Ort Swellendam an. Die Strecke von den anderen Orten auf der Garden Route kann sonst etwas lang und nervig für einen Tagesausflug werden.

 

🚘 2h 30min | ca. 220km über die R62 Panoramaroute

 

Oudtshoorn (1-2 Tage)
Auch wenn wir die üblichen Sehenswürdigkeiten in dem Ort (Straußenfarmen und Mini-Game Reserves (Zoos)) nicht als den mega Grund nennen würden, den Ort zu besuchen, gibt es hier und in der Gegend jede Menge schöne Unterkünfte mit Blick auf die Karoo, die Bergregion. Landschaftlich ist es daher nochmal ein völliger Kontrast zur eigentlichen Garden Route und kann ein schöner Stopp sein, wenn noch etwas Zeit bei der Reiseplanung bleibt. Wir können unsere Unterkunft hier auf jeden Fall empfehlen. Zentral und trotzdem in der Natur:

 

🚘 2h 20min | ca. 150km

 

Plettenberg Bay (2-4 Tage)
➡️ 15min zum Robberg Nature Reserve
➡️ 30min nach Knysna
➡️ 60min nach Wilderness
➡️ 60min zum Tsitsikama Nationalpark
Von hier lassen sich super viele Ausflüge entlang der Garden Route starten und Plettenberg Bay ist perfekt als Base für mehrere Tage. Gleichzeitig hat die Stadt einen coolen Vibe, viele Restaurants und Cafes und einen super schönen Strand.

 

🚘 3h | ca. 270km nach Colchester

 

Addo Elephant Nationalpark / bei Colchester (1-2 Tage)
Für das absolute Elefanten-Erlebnis an der Garden Route würden wir dir mindestens einen vollen Tag im Park empfehlen. Und am besten schläfst du dafür in Colchester oder sogar im Park selbst. Wir haben in Colchester keine 5 Minuten vom Eingang entfernt geschlafen und es war perfekt.

 

04. Beste Reisezeit für eine Rundreise auf Garden Route in Südafrika

Garden Route Südafrika - Wilderness Strand im Sonnenuntergang
Sonnenuntergang am Strand in Wilderness.

Die beste Reisezeit für Südafrika unterscheidet sich von Region zu Region. Für die Garden Route ist September bis Mai die beste Reisezeit. In diesen Monaten hast du angenehm warme Temperaturen zwischen 12°C und 25°C. Teilweise kann es sogar richtig heiß werden, aber der Wind an der Küste sorgt immer für eine angenehme Temperatur. Allerdings regnet es in diesen Monaten auch immer mal wieder. Im Schnitt sogar jeden zweiten Tag.

Zwischen Mitte Dezember und Februar ist Hochsaison. Es sind Sommerferien in Südafrika und auch viele Touristen aus Europa reisen in die Wärme. Es wird ziemlich voll und Unterkünfte können schnell ausgebucht sein. Wenn du zeitlich flexibel bist, würden wir dir daher zu den Monaten außerhalb der Hochsaison raten.

Die besten Monate, um Wale an der Garden Route in Südafrika zu beobachten, sind Juli bis November. In dieser Zeit kommen die Wale aus der Antarktis in die wärmeren Gewässer (zumindest für Wale warm) vor Südafrika, um hier zu kalben und ihre Jungtiere aufzuziehen.

  • Juni bis Juli: Die ersten Wale, hauptsächlich Southern Right Whales, kommen. Man muss aber etwas Glück haben, um sie zu dieser Zeit schon zu sehen.
  • August bis Oktober: Die Hauptsaison für Walbeobachtungen an der Garden Route. Neben den Southern Right Whales gesellen sich jetzt auch Buckelwale, Brydeswale und manchmal sogar Orcas.
  • November bis Dezember: Hier machen sich alle wieder auf den Rückweg in die Antarktis. Und gegen Ende November und Dezember muss man Glück haben, noch ein paar zu sehen.

 

05. Ist die Garden Route gefährlich?

Promenade in Hermanus an der Garden Route
Promenade in Hermanus

Die Garden Route gilt eigentlich als sehr sicher und du musst dir in den einzelnen Städten und Orten recht wenig Gedanken um das Thema machen. Zumindest war dies unsere Wahrnehmung und persönlich haben wir uns tagsüber eigentlich überall wohl und sicher gefühlt. Trotzdem solltest du natürlich nicht alle Vorsicht über Bord werfen und ein paar allgemeine Tipps auch auf der Garden Route befolgen:

  • Im Dunkeln nicht unnötig draußen herumspazieren.
  • In leeren Straßen nicht alle Wertsachen in der Hand halten.
  • Keine Wertsachen/allg. Sachen im Auto liegen lassen.
  • Auto während der Fahrt verriegeln.

 

Die einzige Situation, in der wir uns ein wenig unwohl gefühlt haben, war ein Abschnitt auf dem Cliff Path Trail in Hermanus. Wir waren schon ein wenig raus aus der Stadt, zu unserer Reisezeit war wenig los und mit uns waren eigentlich nur Obdachlose auf dem Weg unterwegs, die auch immer wieder von einem patrouillieren Sicherheitsmann beobachtet wurden. Passiert ist nichts, aber mit unseren großen Kameras in der Hand hat es sich seltsam angefühlt.

06. Unser Fazit zur Garden Route in Südafrika

Garden Route Südafrika - Blick auf Plettenberg Bay
Blick auf Plettenberg Bay.

Irgendwie wussten wir schon vor dem Roadtrip an der Garden Route worauf wir uns einlassen – irgendwie aber auch nicht. Es war jedenfalls das erste Mal nach 8 Jahren Reisen der Fall, dass wir dachten wir sind zu langsam unterwegs, obwohl wir den langsamen Reisestil sonst so lieben.

Good News:
Alles, was wir an der Garden Route in der Natur unternommen haben, war genial. Besonders das Robberg Nature Reserve war ein absolutes Highlight unserer gesamten Reise durch Südafrika.

Bad News:
Viele der Städte auf der Garden Route haben auf uns wie Kurorte gewirkt. Wie ein günstigeres Sylt mit einer Prise Afrika. War jetzt überspitzt gesagt, aber so wird der Vibe glaube ich ganz gut klar. Speziell Wilderness und Knysna waren solche Kandidaten. Was uns besonders gewundert hat, da uns die beiden Orte von so vielen Seiten empfohlen wurden und selbst Blogbeiträge von den Städten erzählen, als seien es die hippsten Orte.

Hermanus und Plettenberg Bay waren für uns die lebendigsten Orte an der Garden Route und speziell in Plettenberg Bay haben wir uns ziemlich wohl gefühlt. Obwohl auch hier ab 17 Uhr die Straßen wortwörtlich ausgestorben waren, obwohl es draußen noch hell war. Und auch Jeffrey’s Bay würden wir als lebendige Stadt einschätzen, ohne selbst dort gewesen zu sein auf der Reise.

Dennoch ist die Garden Route auf jeden Fall eine Reise wert. Und speziell für junge Familien oder auch ältere Leute, aus unseren Beobachtungen beides die Hauptzielgruppe, bietet die Garden Route mit all seinen Städten einen super entspannten Reisestil mit einigen Highlights in der Natur. Wir haben für uns nur festgestellt, dass wir hätten deutlich weniger Zeit einplanen können und uns an vielen Stellen das Abenteuer und Leben gefehlt hat. Was natürlich sehr subjektiv ist und vielleicht auch nicht jeder sucht.

Du wirst die Garden Route lieben, wenn du gemütliche Tage mit ein wenig rauer Küste, leckeren Restaurants und nicht alllllzu viel Afrika-Feeling erwartest.
Du wirst die Garden Route nicht ganz so lieben, wenn du Abenteuer suchst, das nicht hauptsächlich aus Küstenstränden, Cafés, Weintouren etc. besteht. Wenn du also zu letzterer Kategorie gehörst: Plane nicht zu viel Zeit ein, eine Woche sollte in dem Fall reichen.

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