Angekommen auf Weltreise in in Kuala Lumpur
Die Rollen des Fliegers setzten auf. Das müsste glaube ich der Moment gewesen sein, in dem uns einfiel, dass wir doch noch dem Typen von dem airbnb Zimmer schreiben wollten, wie wir dahin kommen und das Ganze. Egal. Irgendwie würden wir da schon hinfinden.

Da waren wir also in Malaysia. Das Wort, das fast ein halbes Jahr lang die Antwort auf die Frage war: „Wo beginnt eure Weltreise denn?“. Und als hätte jemand die Zeit vorgespult, standen wir plötzlich da. Komisch, es fühlte sich wirklich plötzlich an. Ist ja nicht so, dass wir Monate lang darüber redeten, die Tickets an der Wand hingen, die Youtube Vorschläge rechts voll von Malaysia-Krams waren, jeder Banner im Netz uns den günstigsten Flug nach Malaysia versprach und wir fast 24 Stunden wach waren, um dort anzukommen.

Und trotzdem. Es kam plötzlich.

Du machst den Schritt aus dem Flieger und bist da, worauf du so lange gewartet hast. Bist da, wo du eigentlich nie gedacht hättest mal hinzukommen. Ich wünschte, man könnte solche Gefühlsmomente fotografieren und festhalten. Bis einem einfällt, dass man dieses Gefühl wohl niemals vergessen wird.

„Meinste hier im Flughafen ist Internet? Könnten dann schreiben, dass wir gut angekommen sind.“
– „Keine Ahnung aber wir brauchen eh eine SIM-Karte.“
„Ach kacke, das wollten wir auch noch nachgucken wo und wie und welche…“

Wir gingen um’s Eck und wie gerufen standen sie dort: Ein Stand nach dem anderen mit SIM-Karten-Anbietern. „The best internet in Malaysia!“.

Entweder war es eine Horde Leute, die alle auf diesen Marketing-Spruch reinfallen oder sie wussten wirklich, dass der Anbieter gut ist. Wir glaubten, auch der Müdigkeit geschuldet, an Option 2.

Die SIM-Karte kostete 8€ für 3GB Datenvolumen. Kann man mit arbeiten. Kaum wollte ich gerade sagen, dass da eine Micro-SIM-Karte rein muss, haben sie am Stand die Karte schon reingepackt und mir das Handy zurückgegeben und Daniels geschnappt. Unkompliziert.

Nachdem wir unser Backpacks (unsere Weltreise Packliste) aufgegabelt hatten, schrieben wir erst einmal unserem airbnb-Kontakt. Ob er überhaupt da ist heute. Nicht, dass das so ein Verpeiler ist, wie wir und wir da nicht reinkommen. Die Antwort kam prompt. „Bin da, aber nur bis 17 Uhr.“ Es war 15 Uhr. Alles klar. Kriegen wir hin. Wie auch immer.

Erst mal raus aus dem Flughafen und wie in Vietnam stieg der süßlich würzige Geruch in die Nase. Asien. Da war die Nase wach. Und der Magen auch. Die Hitze umarmte uns, als hätte sie auf uns gewartet. 35 Grad sagten Hallo. Mit Jeans, Pulli, Backpack. Der Schweiß wollte auch mal gucken kommen und lief freudig am Hals entlang.

Wir fragten die nächsten Einheimischen, wo die Busse ins Zentrum fahren. Uns wurde direkt mit einem Lächeln geholfen und 60 Minuten später waren wir mittendrin in Kuala Lumpur. Gut. Schon mal paar Meter näher am Ziel. Jetzt nur noch die Ticketschalter für die Bahn finden und rausfinden, welche wir nehmen müssen. Auch hier mussten wir nur zwei Mal fragen und wurden hingeleitet, wo wir hinsollten. Wieder mit einem herzlichen Lächeln. „Sind die hier alle so nett?!“

Wir stiegen in die Bahn ein: Schön geräumig, klimatisiert und vor allem mit einer digitalen Anzeige, an der man ablesen kann, welche Stationen bereits abgefahren sind und welche noch folgen.

Unsere Station: Putra.

Aussteigen. Hitze.
„Okay, und jetzt?“ Er schreibt irgendwo muss hier eine Treppe sein, die wir runter müssen.“ Wir suchten, guckten und hatten keinen Plan, wo da zum Teufel irgendwo eine Treppe sein sollte. Also: Fragen. Können wir. Man zeigte nach rechts. Wir drehen uns um und sehen die „Treppe“.

Oh man, erster Moment, in dem man merkt, man sollte die Gewohnheiten Europas fix ablegen: Wir haben automatisch nach einer Treppe gesucht, die man eben auf den ersten Blick sieht. Geländer oder irgendwas, das nach einer Treppe eben aussieht. Hier ist die Treppe, die wir suchten. Steine einander gekloppt und ging von der Hauptstraße ab… von der anderen Straßenseite nicht zu übersehen! 😀
Kuala Lumpur: Wir suchen unsere airbnb Wohnung
„Hier sollte es sein!“

Vor uns erstreckte sich ein hohes Gebäude. Modern. Recht neu. Links neben uns die Einfahrt zum Parkhaus. „Der Eingang ist bestimmt auf der anderen Seite.“

Uuuund wieder: Europäische Gewohnheiten ablegen. Wir suchten nach einem Eingang des Gebäudes mit einer Tür, vielleicht Klingeln der gefühlt Trilliarden Wohnungen, Briefkästen, irgendwas.

Nach 20 Minuten und einer Runde um das riesige Gebäude, haben wir festgestellt, dass der Eingang das Parkhaus war. Vorbei an den Parkwächtern, durch die Parkhaus Tür und in der Ecke war der Aufzug. Gefunden. Keine Ahnung wie die das mit Briefen machen. Wahrscheinlich schicken die keine mehr. Denn das Internet ist besser, als bei uns.

Andrew, den wir „Ant“ nennen sollen, obwohl wir Andrew cooler finden, sammelte uns auf halbem Weg ein und führte uns zur Wohnung und letztlich zu unserem Zimmer. Und es war vor fünf! Wie sich rausstellte, wollte er eigentlich nur was zu essen holen. Gut, Essenszeiten müssen eben sein, hatten wir Verständnis… 😀

Wir legten die Rucksäcke ab, bestaunten die Aussicht von seinem Balkon.
Kuala Lumpur! Angekommen!
Kuala Lumpur Reisebericht: Ausblick
„Oben ist dann der Pool“. Oh Gott ja, der Pool! Der unfassbar megageile Pool auf dem 37. Stockwerk mit der Wahnsinns-Aussicht! Die Unterkunft (Liste unserer Unterkünfte in Malaysia ➸ ) hatte 13€ Pro Person gekostet, teurer als andere Unterkünfte in Asien aber bei der Aussicht für den Start in die Weltreise haben wir nicht Nein gesagt.
Kuala Lumpur Reisebericht: Pool
So lange nur Google-Bilder gesehen, jetzt stehen wir vor dir. Und zwar nassgeschwitzt wie sonst was. Wir duschten, unterhielten uns mit Ant, fragten direkt die wichtigsten Dinge (Wo sollten wir essen gehen, was sollten wir essen gehen, was heißt Danke auf Malaiisch und was er alles empfehlen kann hier) und gingen raus in die Stadt.
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Kuala Lumpur.

Die Stadt, die übersetzt „schlammige Flussmündung“ heißt, da sie dort errichtet wurde, wo zwei Flüsse zusammenfließen. Jetzt konnten wir mit offenen Augen um uns schauen. Es war auf den ersten Blick nicht so asiatisch, wie erwartet. Modern, viele Hochhäuser, Starbucks, KFC an jeder dritten Straße, Bahnhaltestellen, Wifi-Spots im Park, Autos auf den Straßen, weniger Mopeds als zum Beispiel in Vietnam. Doch das war eben nur der erste Blick. Im zweiten Blick erkennst du es dann wieder: die Garküchen, das Laute, das Entspannte, das Chaotische, die Gewürze. Die breiten Hauptstraßen mit schönen Parks und daneben die kleinen Seitenstraßen mit ihren Mini-Supermärkten und Ständen, alten Ventilatoren und abgestellten Mopeds. Dinge, die am ersten Tag deine Aufmerksamkeit bekommen:

Straßenküchen.

Kuala Lumpur Streetfood
Das Gewusel, die Straßenküchen, die Plastikstühle, die einfachen „Restaurants“, die unkomplizierte Bestellung, die knallbunte Einrichtung und das hilfsbereite Lächeln, wenn man erst mal mit dem Geld klarkommen muss. Das unfassbar leckere Essen. Ein kleiner Moped-Reparatur-Laden und Supermarkt und Garküche neben der anderen. Die Straße lebt.

Besteck.

Besteck und Essen in Malaysia
(Übrigens unser Frühstück Roti Canai) Stäbchen bekommen wir selten. Hätten wir anders gedacht. Stattdessen Gabel und Löffel. Nur keine Messer. Heute Morgen sogar nichts von beidem. War wohl eine indische Straßenküche, also haben wir mit der Hand gegessen. Bis wir gemerkt haben, dass man uns einfach vergessen hat, Besteck zu geben, haha.

Linksverkehr.

Eine Angewohnheit, die wohl noch die Briten von damals da gelassen haben. Was auch auf dem Bürgersteig gewöhnungsbedürftig ist, weil man automatisch immer rechts geht. Die nicht. Aber bisher gab es noch keine Kollision… Daniel hat’s schneller verstanden als ich und zieht mich immer schnell auf die richtige Seite. Er ist ein Engel.

Bier.

Kuala Lumpur Sehenswürdigkeit: Petronas Towers
Zum anstoßen, natürlich. Nur… eine Flasche teurer als das gesamte Essen (Mittagessen: 1,5€, Bierflasche: 3€). Dachten zuerst, dass wir da über den Tisch gezogen wurden, aber es liegt daran, dass die islamische Regierung eigentlich eine nicht so coole Beziehung zum Alkoholkonsum hat… und daher der Alkohol recht teuer ist. Wieder was gelernt.

Klo.

(Hier gibt’s jetzt kein Foto, ok?)
Die Erfahrung kam recht früh. „Ania? Der hat hier kein Klopapier.“ Ach ja richtig. Da war ja was. Kein Klopapier. Sondern so ein Teil zum abspritzen (das aber ordentlich Druck hat, muss man sagen :D). Gut. Thema lassen wir, aber so viel sei gesagt: Es klappt besser als befürchtet! Als Daniel das erste Mal ins Zimmer zurückkam, sagte er nur: „Och du, gar nicht mal so übel“ Plumpsklos sind dann meist in den öffentlichen Toiletten. Geht ordentlich in die Oberschenkel, aber man hat ja nicht umsonst so viel Handballtraining gehabt die letzten Jahre.

Keine Hunde.

Kuala Lumpur airbnb Wohnung mit Hund
(Ist das ein geiles, treues Foto?? zu süß der Kleine) Unser Airbnb-Vermieter hat zum Beispiel einen Hund, aber irgendwie haben wir noch keinen Hund draußen auf der Straße laufen sehen. Einmal nachgefragt, ob er mal mit dem Hund rausgeht oder wie das ist: „Islam. Das ist ein Glaubensding. Wenn da irgendwo ein Hund auf der Straße laufen würde, würden die Muslime direkt zur Seite springen“, sagte er. „Daher gibt es hier einen Park, wo die Hunde hin dürfen. Der ist immer brechend voll mit Hundebesitzern, die da mit ihren Haustieren spazieren gehen.“

Ehrlich.

Wir wurden bisher nicht einmal über den Tisch gezogen. Klingt jetzt komisch, aber schon cool und wir waren stolz! Denn meist haben die Straßenküchen es an sich, dass sie keine Preise irgendwo stehen haben. Und so sagen die natürlich den Touris gern den dreifachen Preis. Bisher nie passiert. Alle Einheimischen vor und nach uns haben das gleiche gezahlt und uns wurde sogar noch bei der Entscheidung des Gerichts geholfen: Man zeigte uns das Essen und versuchte zu erklären mit Händen und Füßen. Ja, es sind anscheinend wirklich alle so nett hier!

Kontraste.

Kuala Lumpur Stadtbild
Blickst du hoch, siehst du Hochhäuser. Modern, beleuchtet, groß. Daneben Moscheen und alte Gebäude. Gehst du einige Schritte zur Seite und weichst vom Weg ab, fühlst du dich wie in einer anderen Welt. Plötzlich ist nichts mehr von dem Geschäfte-Treiben zu sehen. Die Familien leben einfach, ob es ärmlich ist, konnten wir noch nicht ganz einordnen…

Bunt.

Kuala Lumpur Reisebericht: Bunt
Diesen Punkt nennen wir hier zwar als letztes, aber es ist das Erste und das Beeindruckendste, das schnell auffällt: Kopftücher. Indische Gesichter. Chinesische Restaurants. Gewänder der indischen Frauen. Malaiien, Inder und Chinesen. Jeder praktiziert hier seine Religion und es stört den anderen nicht.

„Malaysia ist das Vorbild für für ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen“, hatten wir einmal gelesen. Und wie. Man akzeptiert einander und lebt miteinander. Und es ist komisch, aber man spürt, wie viel Respekt füreinander in der Luft liegt. Keine Ahnung, wie der typische Malaiie aussieht. Denn die Geschichte Malaysias hat verschiedene Kulturen und Religionen an diesen Ort zusammengeführt, die alle friedlich und vor allem respektvoll miteinander umgehen.

Und herausgekommen ist ein wundervoll buntes Kuala Lumpur – oder wie die Leute hier immer sagen: KL. „You wanna go to KL?“ – „Bus to KL?“ – „How long you stay in KL?“ Okay, klingt auch echt cooler.

Der erste Eindruck: Kuala Lumpur ist kontrastreich, groß und bunt – perfekter Start.

Genauso so soll unsere Weltreise werden!